Aalto Theater Essen // Szenentechnische Beleuchtungsanlage

Komplexe Sanierung im Bestand

Im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme im Bestand erhält das Aalto-Theater in den jeweils verlängerten Spielzeitpausen 2019 und 2020 eine neue Szenentechnische Beleuchtungsanlage.

Das Büro PLAN ist als Fachingenieur u.a. für die Planung der Teilgewerke Lichtstellanlage, Dimmeranlage, Datennetzwerk, Beleuchtungsinstallationen, Versatzkästen, Bühnenarbeitslicht etc. verantwortlich. Eine komplexe Systemintegration im Bestand auf höchstem technischen Niveau.

Haus und Architektur

Das von dem finnischen Architekten Alvar Aalto entworfene Aalto-Theater mit seinen 1.125 Sitzplätzen beheimatet nicht nur das Aalto-Musiktheater, das Aalto Ballett Essen und die Essener Philharmoniker, es ist auch eine architektonische Sehenswürdigkeit. Alvar Aalto, der wie Gropius, Mies van der Rohe oder Le Corbusier zu den bedeutendsten Repräsentanten der Architektur im 20. Jahrhundert zählt, hat hier sein Konzept der “Humanen Architektur", deren oberstes Ziel das Wohlbefinden der Menschen innerhalb der Gebäude ist, konsequent vom Grundriss bis zum Portal verwirklicht. Von der FAZ als “vielleicht schönster deutscher Theaterbau nach 1945” bezeichnet, vereint das Haus vollkommene Ästhetik mit hohem Nutzwert. Mit seinen organisch fließenden Grundformen und seiner hellen Granitverkleidung erinnert das Aalto-Theater an nordische Landschaften. Die geschwungenen Sitzreihen vor der Bühne und die asymmetrische Form des Auditoriums lehnte der Architekt an das antike Theater in Delphi an. Eine Besonderheit ist der fehlende Bühnenturm: Das Bühnenhaus ist in die Gesamtform des Baukörpers integriert. Bereits 1959 gewann Aalto den Architektenwettbewerb für den Neubau. Bis zur Realisierung seiner Pläne sollten fast 30 Jahre vergehen, in denen sich Diskussionen über den geplanten Bau, Zweifel an der Realisierbarkeit und neue Anläufe zur Verwirklichung abwechselten. Die Eröffnung 1988 erlebte Alvar Aalto nicht mehr, er starb 1976. Die Verzögerungen hatten immerhin ein Gutes: Als Architektur längst der klassischen Moderne zuzurechnen, erfüllt das Aalto-Theater auch im Hinblick auf Gebäude und Bühnentechnik sowie Energieeffizienz modernste Ansprüche.


Das Aalto-Musiktheater gilt als eines der besten Opernhäuser im deutschsprachigen Raum. Mit der Spielzeit 2013/14 übernahm Hein Mulders die Intendanzen des Aalto-Musiktheaters, der Essener Philharmoniker und der Philharmonie Essen. Im gleichen Jahr begann Generalmusikdirektor TomᚠNetopil seine Arbeit. Das Aalto Ballett Essen wird seit 2008 von Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh geführt.

Zahlen und Fakten

Das Aalto-Theater bietet im Parkett und auf zwei Rängen insgesamt 1.125 Zuschauern Platz. Die Portalbreite ist von 10 bis 17 Meter, die Portalhöhe von 5 bis 9,50 Meter stufenlos verstellbar. Es handelt sich um ein typisches Opernportal. Die Bühne besteht aus der Hauptbühne und zwei weiteren Seitenbühnen sowie der Hinterbühne, wobei der Hinterbühnenwagen (15 m tief, 17 m breit) mit eingebauter Drehscheibe, Durchmesser 14 m, bühneneben verfahrbar ist. Die gesamte Bühnenfläche beträgt 1.750 Quadratmeter, davon 520 Quadratmeter Hauptbühne. Damit zählt die Aalto-Bühne zu den flächenmäßig größten Opernbühnen in Deutschland. Sechs Orchesterpodien, fahrbar von plus 0,20 m bis minus 3,00 m, für 100 Musiker gestatten je nach Werk und Aufführungsart eine Positionierung der Musiker auf Parketthöhe ebenso wie in einem unterschiedlich tiefen Graben. Der Schnürboden befindet sich etwa 22 m bis 24 m über Bühnenebene. Die Bühnenanlage ist eine sogenannte Horizontalbühne mit drei vertikal beweglichen Bühnenpodien (plus 4,68 m bis minus 2,53 m à 5 × 17 m), die außerdem bis zu einer Neigung von 1:10 schräg zu stellen sind. 82 Elektromaschinenzüge sowie eine computergesteuerte Ober- und Untermaschinerie helfen bei der vorbildlich personalextensiven Bespielung der Bühne. Jährlich finden ca. 175 Vorstellungen von September bis Juli statt, mit ca. 200.000 Besuchern pro Spielzeit.

Quellennachweis: Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dramaturgie und Künstlerische Betriebsbüros aller Sparten der TUP und TUP-Marketing Essen.

Foto Nr. 1: Bernadette Grimmenstein